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Witwenrentenberechnung

Die Berechnung der Witwenrente

Der Tod des Ehegatten oder Lebenspartners zwingt den Hinterbliebenen sich mit der Witwen/Witwerrente auseinanderzusetzen. Das gilt auch, wenn die Ehe geschieden war. Die Witwenrente wurde eingerichtet, um die Versorgung mit Unterhalt für den überlebenden Teil sicherzustellen. In den Genuss dieses Unterhalts kommen auch eingetragene Lebenspartner aus gleichgeschlechtlichen Beziehungen.

Grundlagen der Witwenrente
Die Witwenrente stellt den Unterhalt, den der Verstorbene nicht mehr tragen kann, in Teilen weiter erbringen. Zwei Jahre bei der kleinen Witwenrente oder bei einem Altfall und der großen Witwenrente unbegrenzt, erhält der Hinterbliebene Rente. Unter Altfall wird die Witwe verstanden, die vor dem 1.01.2001 Witwe wurde oder die Ehe vor dem Tag geschlossen wurde und ein Gatte vor dem 02.01.1962 geboren wurde. Hinterbliebene, die in Ehen waren, die kürzer als ein Jahr dauerten, müssen beweisen, dass ihre Ehe nicht zum Zweck der Versorgung geschlossen wurde. Wird der Beweis nicht erbracht, verfällt der Anspruch auf Witwenrente.

deutsche rentenversicherung bfaGezahlt werden, nach Ablauf der ersten drei Monate, 25 oder 55 Prozent der Rente wegen Erwerbsminderung oder des Alters wegen. In den ersten drei Monaten, Sterbevierteljahr genannt, beträgt die Rente 100 Prozent. Liegen eigene Einkommen bei dem Überlebenden vor, werden 40 Prozent auf die Witwenrente angerechnet, wenn diese einen Freibetrag übersteigen. Erfolgt eine neue Heirat, verfällt die Rente. Die Witwenrente ist beim zuständigen Rententräger wie der BfA zu beantragen.

Arten der Witwenrente

witwenrenteEs gibt zwei Arten der Witwenrente. Die große Witwenrente wird gewährt, wenn der Hinterbliebene ein eigenes Kind oder ein Kind seines Ehegatten, das noch keine 18 Jahre alt ist, erziehen muss. Ist das Kind behindert, entfällt die Altersgrenze. Unterliegt der Partner einer Erwerbsminderung ist die große Witwenrente zu gewähren. Das gilt auch, wenn der Partner 45 Jahre oder ab 2012 47 Jahre alt ist. Die große Witwenrente macht 55 Prozent der Rente wegen Erwerbsminderung oder aus Altersgründen aus. Sie wird länger als zwei Jahre gewährt. Die große Witwenrente soll den Personen zugute kommen, die sich nicht voll selbst versorgen können.

Sind die Bedingungen der großen Witwenrente nicht erfüllt, wird die kleine Witwenrente gewährt. Sie macht 25 Prozent der letzten Renten oder Rentenansprüche aus Altersgründen oder aus Erwerbsminderung aus. Sie dauert zwei Jahre.

Die anrechenbaren und nicht anrechenbaren Einkommen

Angerechnet werden die folgenden Einkommensarten: Das Erwerbseinkommen wie Arbeitsentgelt und Arbeitseinkommen. Erwerbsersatzeinkommen wie Krankengeld, Renten aus Altersgründen für Landwirte, Erwerbsminderungsrente für Landwirte, Renten aus der Unfallversicherung, Ruhegehalt und Unfallruhegalt des öffentlichen Dienstes, Altersrente und Erwerbminderungsrenten aus einem Arbeitsverhältnis oder aus privaten Versicherungen, Berufsschadensausgleich im Rahmen des Bundesversorgungsgesetz. Einen vollständigen Überblick bietet § 18a SGB IV. Weiter werden Vermögenseinkommen wie Einnahmen aus Kapitalvermögen, aus Vermietung und Verpachtung, aus Versicherungen oder aus Veräußerungsgewinnen angerechnet. Auch Elterngeld wird angerechnet.
Bei Erwerbseinkommen werden nicht die Entgelte aus Arbeit angerechnet, die der betrieblichen Altersversorgung zugeführt werden. Das darf nicht mehr als 4 % der Beitragsbemessungsgrenze in der Rentenversicherung sein. Bsp.: Arbeitsentgelt: 1000 Euro, 4 % von 5600 Euro im Monat (West) . Das sind 224 Euro. Anrechenbar sind dann 1000 – 224 Euro, also: 776 Euro.
Nicht angerechnet werden auch Leistungen, die auf ein Kind bezogen sind.
Arbeitslosengeld II, Sozialhilfe, Waisengeld, BAFöG-Beträge werden auch nicht angerechnet.
Bei den Altfällen bleiben Betriebsrenten und private Renten, wie auch Einkommen aus Vermögen und Elterngeld und Leistungen aus der Höherversicherung in der gesetzlichen Rentenversicherung. (§114 SGB IV) anrechnungsfrei.

Wie das anrechenbare Einkommen ermittelt wird
Im ersten Schritt wird aus dem Einkommen, das angerechnet wird, das pauschalierte Nettoeinkommen nach 18b SGB IV errechnet. Im zweiten Schritt wird der Freibetrag nach §97 Abs. 2 Satz 1 und 2 SGB IV angerechnet. Von dem verbliebenen Einkommen werden dann 40 Prozent angerechnet.
Der Kürzungsbeitrag ist abhängig von der Einkommensart. Er rangiert zwischen 5 und 40 %. Die Kürzung soll berücksichtigen, dass der Hinterbliebene Sozialabgaben von seinem Einkommen tragen muss. Das sogenannte pauschalierte Netto ist verschieden vom tatsächlichen Netto.
Der Freibetrag beträgt bei der Witwenrente ab 01.07.2012 741,05 Euro im Westen und 657,89 Euro im Osten. Sind Kinder vorhanden, steigt der Freibetrag pro Kind um 157,19 Euro im Westen und 139,55 Euro im Osten.

Ein Berechnungsbeispielrechenbeispiel

Witwenrente Berechnung bei eigener Rente:
Eine Witwe und ihre Gatte bekamen beide 1000 Euro Rente. Bei der Berechnung wird von der Rente der Witwe der Freibetrag in Höhe von 741,05 Euro abgezogen. 1000- 741,05=258,95 Euro. Von den 258,95 werden 40 % auf die Rente angerechnet. Das sind 103,58 Euro. Von den 1000 Euro eigene Rente werden der Witwe 103,58 abgezogen. Das sind dann: 896,42. Von der Rente des Verstorbenen werden der Witwe 55 % aufgeschlagen. Gilt für die große Witwenrente. Das wären bei 1000 Euro Rente des Gatten: 550 Euro. 550 + 896,42 ergeben: 1446,42 Witwenrente.
Hier wurde mit der eigenen Rente gerechnet.

Hat die Witwe ein eigenes Einkommen, und der Gatte wieder 1000 Euro Rente, ergibt sich ein anderes Beispiel unter der Bedingung der kleinen Witwenrente:
Einkommen: 2100 Euro. Davon wird der Freibetrag abgezogen. Das macht 1358,95 Euro. Davon 40 Prozent: 543,58 Euro. Diese werden vom Einkommen abgezogen: 1556,42 Euro. Von der Rente des Verstorbenen werden nun 25 % draufgeschlagen. Die Witwe erhält 1556,42 Euro + 250 Euro= 1806,42 Euro.

Die Witwenrente bei Beamten

beamterDie VBL ist die Rentenanstalt des öffentlichen Dienstes. Sie ist für die Anträge der Witwenrente bei Beamten zuständig.

Die Beamtenwitwe erhält 60 Prozent der Pension oder Ruhegehälter der Verstorbenen. Bei Witwen, die nach dem 31.12.1961 geboren wurden, werden 55 Prozent ausgezahlt. Witwenrente Berechnung für Beamte erfolgt, wenn folgende Bedingungen erfüllt sind:

Der Beamte muss eine fünfjährige Wartezeit erfüllt haben. Die Ehe muss länger als ein Jahr gedauert haben und der Beamte muss zur Zeit der Eheschließung nicht älter als 65 Jahre gewesen sein.